Presseaussendung zur Entscheidung des deutschen Agrarausschusses

Betäubungslose Ferkelkastration: Kommentar von VIER PFOTEN

VIER PFOTEN begrüßt das Abstimmungsergebnis des Agrarausschusses des deutschen Bundesrats (3.9.) gegen den Antrag aus Bayern, das mit 1.1.2019 in Kraft tretende Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere fünf Jahre zu verschieben.

Martina Pluda, Kampagnenleiterin bei VIER PFOTEN zur Entscheidung: „Der deutsche Bundesrat sendet ein starkes Signal. In Deutschland können damit drei akzeptable Alternativen zur betäubungslosen Kastration, die zum Teil schon in anderen Ländern Standard sind, umgesetzt werden. Österreich muss hier unbedingt nachholen. Die grausame Praxis der betäubungslosen Ferkelkastration hat auch in unserem Land schon viel zu lange angedauert. Hunde und Katzen würde man ja auch nicht ohne Betäubung kastrieren.“

VIER PFOTEN kritisierte bereits 2017 die Novelle der 1. Tierhaltungsverordnung. Die Kastration von Ferkeln ohne jegliche Betäubung weiterhin dauerhaft zuzulassen, ist inakzeptabel. Denn die vorgeschriebene Schmerznachbehandlung bedeutet keine Schmerzausschaltung beim eigentlichen Eingriff. „Aus Tierschutzsicht ist nicht nachvollziehbar, warum gerade Schweine hier derart benachteiligt werden“, sagt Pluda. „Bei Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen darf eine Kastration nur noch nach wirksamer tierärztlicher Betäubung und mit postoperativ wirksamer Schmerzbehandlung durchgeführt werden.“

Eine vom Bündnis FairFerkel 2016 durchgeführte Integral-Umfrage hat gezeigt, dass 82 Prozent der österreichischen Bevölkerung für ein Verbot der Ferkelkastration ohne Betäubung sind. Jedes Jahr müssen rund drei Millionen Tiere in Österreich diese äußerst schmerzvolle Prozedur über sich ergehen lassen. Die politischen EntscheidungsträgerInnen müssen nun zügig eine Lösung im Sinne der Tiere finden.

VIER PFOTEN hat eine Petition gestartet, um das Leben von Schweinen in Österreich zu verbessern: Das Leiden der Schweine muss beendet werden!
Bereits über 26.000 Unterstützer haben diese unterschrieben.